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Krankheit der Jugend

"Krankheit der Jugend" (1925) eröffnet den Zyklus "Jugend zweier Kriege", in dem Ferdinand Bruckner ein präzises Abbild der Jugend der Zwanziger Jahre zeichnet:
In intellektueller, gesellschaftlicher und moralischer Hinsicht bestehen alle Freiheiten, den eigenen Lebensentwurf zu gestalten, was eine kollektive Desorientierung und innere Zerrissenheit in der jungen Generation hervorruft. In dieser Phase der grundsätzlichen Neuorientierung sind die jungen Frauen und Männer in eine Freiheit entlassen, die sich nahezu lähmend auf sie auswirkt.

Ferdinand Bruckner liefert eine genaue Analyse dieser Jugend im Moment des Werteverfalls und der politischen Umwälzung, deren Ergebnis auch heute von überraschender Aktualität ist. Marie und ihre Studienkollegen bewegen sich in einer Art selbst gewählter Abkapselung von der Aussenwelt. Zynisch und merkwürdig kalt im Umgang miteinander, treiben sie ihr dekadentes Spiel um Macht und Abhängigkeit immer weiter und leiden doch an der emotionalen Isoliertheit. Die Langeweile, die sich trotz all den scheinbar vorhandenen Möglichkeiten schon längst in alles eingeschlichen hat, fordert immer grössere Exzesse, um das eigentliche Ziel zu erreichen: sich selbst wirklich zu spüren.