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Die Leiden des jungen Werther

Das Theater Neumarkt zeigt im Frühling 2009 in Zusammenarbeit mit dem Théâtre Vidy-Lausanne die neue TransHelvetia-Produktion: DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER. Der Briefroman aus dem Jahre 1774 ist eines der folgenreichsten Bücher der deutschen Literatur. Es löste nicht nur das hoch ansteckende «Werther-Fieber» aus, sondern begründete auch ein ganzes Genre der Nachahmungs- und Spottliteratur, die so genannten «Wertheriaden». Kein Wunder, Goethes Loblied der Subjektivität war reine Popkultur und wie gemacht für das im Entstehen begriffene Publikum der bürgerlichen Jugend. Werther, ein Teenage-Star der frühen Stunde, weist voraus zu all den Frühverstorbenen, die wir heute als Helden des Rock 'n' Roll feiern und die, wie Werther durch seinen eigenhändigen Tod, unsterblich geworden sind.

In der Regie von Anna-Sophie Mahler und mit einem jungen Team, das biografisch und künstlerisch einen engen Bezug zur Schweiz aufweist, werden «Die Leiden des jungen Werthers» zu einer Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Pop und der jugendlichen Sehnsucht nach dem eigenen Ausdruck, der Sehnsucht, ein Künstler zu sein. Die Neumarkt-Fassung basiert direkt auf Goethes Briefroman, bezieht sich aber auch auf die Oper von Jules Massenet «Werther». Verschiedene Formen des künstlerischen Ausdrucks werden zueinander in Beziehung gesetzt: Sprache, Gesang, elektronische Musik. Daraus entsteht eine Inszenierung, die sich stark am Original orientiert und dafür eine zeitgenössische Form findet.