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Toi partout

Nach Charles ferdinand Ramuz
Regie : Denis Maillefer

 « C’est qu’on vient de se commencer, qu’on vient de se recommencer, c’est qu’on commence.»

Zurück zu Ramuz und dies 15 Jahre nach dem Vortragen von einigen Texten.  Zurück zu den zwei bereits bearbeiteten Novellen (« L’amour… » und « Salutation…»). Die sinnliche Freude dieser Sprache wieder finden. Beim erneuten Lesen hatte ich Lust, diese Worte, die ich einmalig finde, zu teilen, im Rhythmus, im Hauch, in dem, was sie sagen. Diese „so schlecht geschriebenen Worte“, wie sie von den Verleumdern von Ramuz in den Zwanziger Jahren qualifiziert wurden, insbesondere in der „Gazette de Lausanne“, in welcher die Novellen publiziert wurden, welche die Zusammenfassung von « Salutation paysanne » bilden. Der Autor sagt sogar in seinem bekannten Brief an Grasset, in welchem er seine Beziehung zur französischen Sprache erklärt, dass man ihn nicht nur beschuldigt, schlecht zu schreiben, sondern dass er dies „bewusst“ tut. (Übrigens, beim Schreiben des obigen Zitats hat mir die Rechtschreibung von „Word“ Fehler angezeigt…). Schlecht schreiben: Noch heute ist jedermann der Meinung, dass Ramuz nicht so schlecht schreiben, doch das Image eines Schriftstellers der „Heimat“ bleibt allerdings lange haften. Seit jeher ist es nicht das, was ich höre, wenn ich Ramuz lese, wenn ich Ramuz lesen lasse. Ich höre die Virtuosität, Wagemut und ich sehe die Farbe des Himmels.

 

Das Projekt will das Körperliche dieses Schreibens hören (und sehen, ja SEHEN) lassen. Einige junge Schauspieler werden diese zwei Novellen im Chor ertönen lassen, voller Inspiration und Leidenschaft. Denn diese Worte beschreiben wie nie den unglaublichen Hauch die Entdeckung der Liebe. Man sagt das nie von Ramuz, man erzählt nichts von dieser wahnsinnig lyrischen und heftigen Art, über Herzensangelegenheiten zu sprechen. Diese Worte sagen, wie man die Welt sieht (oder wieder sieht), sie sagen, wie der andere die Landschaft unter unseren Augen malt. Wir tauchen in diese Sprache wie man mit dem Verliebten taucht/untergeht, und wir versuchen, über die Worte hinaus, das liebliche und schmerzhafte Schwindelgefühl einer neuen Liebe zu beschreiben. In dem wir unsere persönlichen Erfahrungen erzählen, der Musik unserer Geschichten zuhören und die Töne dieser Momente erfinden und ganz naiv versuchen (es ist eigentlich hoffnungslos), das unsagbare Gepolter der ersten Augenblicke zu zeigen/zu spielen.

Denis Maillefer, im April 2009